Kulturchaos in Köln
Das „Loch“ symbolisiert das Durcheinander in der Kölner Kulturpolitik, die sich in der letzten Zeit durch Kompetenzgerangel, nicht vorhandene Konzepte und vor allem durch großzügige Gaben nicht vorhandener Gelder auszeichnet, auf das Trefflichste. Bei dem „Loch“ handelt es sich um den seit Monaten brachliegenden Neubau – eine Baugrube – des geplanten Kulturzentrums am Neumarkt, in dem eigentlich das Rautenstrauch-Joest-Museum einziehen soll. Der Grund für die fehlende Bautätigkeit ist das liebe Geld. Zur Zeit ist unklar, ab die Stadt Köln die Kosten des laufenden Betriebs überhaupt noch aufbringen kann. Außerdem werden nach Berechnungen der Bezirksregierung die Baukosten deutlich höher liegen als gedacht und obwohl eine Korrektur der städtischen Pläne im Rat bereits beschlossen worden ist, lässt die Ausführung weiter auf sich warten.

Ein weiteres Stimmungsbild vermittelt eine Umfrage, in der die Kulturschaffenden der rheinischen Großstadt zur städtischen Kulturpolitik befragt worden waren. Sie vergaben im Durchschnitt die vielsagende Note 4,5. Über die Hälfte verteilten gar mit “Mangelhaft“ eine deutliche Kritik nicht nur an der Kulturdezernentin Marie Hüllenkremer, sondern auch an dem am 26. September zur erneuten Wahl stehenden Oberbürgermeister Ernst Schramma (CDU), der die Kulturpolitik zur Chefsache erklärt hat.

Ein weiteres Stimmungsbild vermittelt eine Umfrage, in der die Kulturschaffenden der rheinischen Großstadt zur städtischen Kulturpolitik befragt worden waren. Sie vergaben im Durchschnitt die vielsagende Note 4,5. Über die Hälfte verteilten gar mit “Mangelhaft“ eine deutliche Kritik nicht nur an der Kulturdezernentin Marie Hüllenkremer, sondern auch an dem am 26. September zur erneuten Wahl stehenden Oberbürgermeister Ernst Schramma (CDU), der die Kulturpolitik zur Chefsache erklärt hat.

Löcher klaffen nicht nur im Kölner Boden, sondern in finanzieller Hinsicht auch in den Einrichtungen der freien Träger in sozialen Brennpunkten. Hier fehlen rund 1,4 Millionen Euro und auch die freien Bürgerzentren stehen bedingt durch eine Kürzung der Zuschüsse um 20 Prozent bald vor dem Nichts. Die finanziellen Kapriolen sind nach heftigen Protesten nun wieder weitgehend zurückgefahren worden, aber an Konzepten und Lösungsvorschlägen aus den eigenen Reihen zur Behebung der finanziellen und organisatorischen Misere und nicht nur des städtischen Kulturhaushaltes fehlt es nach wie vor.

"Köln hat gewaltige Potenziale im Kulturbereich," stellt Martin Börschel, Fraktionschef der SPD im Kölner Rat, denn auch zu Recht fest, "die sind aber durch den OB und die handelnden Personen in der CDU zur Lachnummer der Nation degeneriert". Erste Politikerpflicht in diesem Bereich sei es, verlässliche Rahmenbedingungen nicht nur im finanziellen, sondern auch im organisatorischen Bereich oder in Fragen des Umganges miteinander für alle Beteiligten zu schaffen.


(Foto: Steen Enrico Andersen, Kopenhagen)