T-Mobile in Bonn
Versuch einer Identifikation mit offenen Bürowelten
Vielleicht ist es das Casino, das den Gedanken der „one company“ im neuen T-Mobile Gebäude im Bonner Langenbergsweg am Besten visualisiert. Im Mittelpunkt steht ein großes, mit Naturleder bezogens rotes Sofa, das die rund 5 000 Mitarbeiter des gesamten Komplexes nicht nur zur Einnahme des täglich frisch und vielseitig zubereiteten Essens, sondern auch zum Ausruhen oder zu einer Teambesprechung verlockt. Oder ist es doch eher das Forum? „Mit dem Forum soll das Unternehmen einen Auftritt haben. Zugleich soll es aber auch durch öffentliche Veranstaltungen in Kontakt mit Publikum und der unmittelbaren Nachbarschaft treten,“ erklärt Architekt Peter Schmitz. Glas, Holz, Säulen und vor allem der große, aus amerikanischem Nussbaum geformte Counter als „Highlight“ bestimmen den ersten Eindruck von Besucher oder Mitarbeiter bei T Mobile.
Ein Umfeld sollte geschaffen werden, in dem Leistung Spaß macht. René Obermann, Vorstandsvorsitzender der T-Mobile-Gruppe, zeigte sich angetan für den von Schmitz eingebrachten Gedanken, offene Bürostrukturen zu favorisieren. Die Vielfalt unterschiedlicher Anforderungen an die Arbeit spiegeln sich in der verschiedenartigen Raumanordnung wider. Große Arbeitsräume, Besprechungsräume, Büros für Einzel- oder Gruppenarbeit, farblich abgegrenzte Meeting-Points oder Sofas bieten abwechslungsreiche Möglichkeiten für 1 500 Mitarbeiter, die in den offenen Bürowelten tätig sind.
In Zusammenarbeit mit Top Office Management in Stuttgart wurden Bürowelten entwickelt, „die zahlreiche unterschiedliche Arbeitsformen erlauben“ wie Rüdiger Schneider, geschäftsführender Gesellschafter, sagt. Stichworte sind Interaktion und Ruhe, Leistungsfähigkeit und Spaß an der Arbeit, interdisziplinäre Zusammenarbeit und informelle, verkürzte Kommunikationswege, aber auch konzentrierte Einzelarbeit.
Einer Mitarbeiterbefragung zufolge liegt die Akzeptanz dieser in Deutschland noch nicht so üblichen Art zu arbeiten bei ca. 70 Prozent. Obermann unterstreicht die Vision von T-Mobile von einer besseren Integration von Lebens- und Arbeitswelten. Nicht umsonst wird von dem neuen Gebäudekomplex gerne von einer Stadt oder auch Campus gesprochen, was sich u.a. in einer eigenen Ladenzeile oder der kürzlich eröffneten Kindertagesstätte mit einem sehr flexiblen Zeitangebot manifestiert. Daneben hat auch der Gedanke an ökologische Nachhaltigkeit hohe Priorität.

(Fotos:Klaus Frahm,Hamburg)